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Warum arbeiten im Wald gut für unsere Gesellschaft ist

Warum arbeiten im Wald gut für unsere Gesellschaft ist 

Wie sähe eine lebenswerte Arbeitsumgebung in der Zukunft aus? Für Lisa Enzenhofer und Bernhard König von green4cities ist klar: Büros gehören in den Wald!

Arbeiten in einem mit billigen Plastikmöbeln vollgestellten Raum ohne natürliches Licht unter dem nervenaufreibenden Dauersummen von Neonröhren? Für Lisa Enzenhofer ist das die schlimmste Arbeitsumgebung, die sie sich vorstellen kann. Dabei ist das für die meisten Büroarbeiter der Normalzustand. „Das ist wirklich traurig“, findet Enzenhofer, österreichische Architektin und Teilnehmerin am dritten PlayLab im USM WorkHouse. „In Europa und in der gesamten westlichen Welt verbringen wir etwa neunzig Prozent unserer Zeit drinnen. Dabei gibt es draußen so viel Schönheit zu entdecken.“

Die Verbundenheit mit der Natur sei ein Urgefühl, das unser Wohlempfinden instinktiv und subtil beeinflusse, erklärt Enzenhofer. „Wir nehmen die Umgebung nicht nur durch das Sehen und Denken wahr, sondern auch durch die Art, wie wir uns fühlen. Ob wir den Wind, die Luftfeuchtigkeit oder das Gras unter unseren Füßen spüren. Das beruhigt extrem. Diese erweitere Wahrnehmungsfähigkeit stimuliert auch unsere Vorstellungskraft und unsere Kreativität. Gerade diese Störungen und Reibungen sind wichtig für den kreativen Prozess.“

Aus solchen Erfahrungen heraus hat Lisa Enzenhofer zusammen mit Bernhard König, ebenfalls Architekt und Waldliebhaber, das ecosphere.institute gegründet, das sich mit natürlichen Prozessen, Landschaft, Architektur und der Beziehung zum Menschen beschäftigt. Anfang 2018 fusionierten sie mit green4cities zu einem internationalen Entwicklungszentrum für urbane, grüne Infrastruktur. Die Mission: Die Stadt der Zukunft grüner zu machen. Auf der Expo 2015 in Mailand gestaltete das green4cities-Team den Beitrag Österreichs mit. Das Team baute einen 560 Quadratmeter großen Wald in den Innenhof des Pavillons. Dieser hielt die Temperaturen um fünf bis zehn Grad kühler als auf dem umliegenden Expogelände.

In der Tschechischen Republik planen Lisa Enzenhofer und Bernhard König gerade das „Forest Tree Administration Building“ – nah am Wald, aber im Inneren dennoch domestiziert. Mitarbeiter der Behörde können ihren Arbeitsplatz frei wählen – je nach Wetter, Laune und der Art der Arbeit, die an dem Tag gerade ansteht. „Unser Ziel ist es, Menschen das Arbeiten in der Natur zu ermöglichen – und zwar nicht nur Förstern oder Holzarbeitern. Auch Menschen, die in der Verwaltung arbeiten, sollten erfahren dürfen, wie wunderbar es ist, im Wald zu arbeiten.“

Das entspricht ganz dem Paradigmenwechsel, den Enzenhofer aktuell in der Arbeitswelt erkennt: Angestellte fordern von ihren Arbeitgebern verstärkt eine gesunde Arbeitsumgebung. Darin zu investieren zahlt sich aus – nicht nur für Firmen, sondern auch für das gesamte Sozialsystem: „Die Umgebung, in der wir arbeiten, hat Einfluss auf unsere Gesundheit, auch auf unsere Psyche. Und Mitarbeiter, die weniger krank sind, belasten das Gesundheitssystem weniger“, erläutert Enzenhofer. Mehr Grün in der Stadt ist also eine simple, aber nachhaltige Investition in eine lebenswerte Zukunft.

Mehr Informationen unter

www.green4cities.com

www.ecosphere.institute

www.breatheearth.net