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Hört nie auf zu spielen

Die Teilnehmer des dritten PlayLabs haben sich die Zukunft als riesige Spielwiese für uns alle ausgemalt. Und während wir spielen, lernen wir ständig neue Dinge.

Die lilafarbene Lounge im USM WorkHouse ist von Lachen erfüllt. Doch die lautstarke Freude ist kein Alleinstellungsmerkmal der dritten Gruppe, die an den USM PlayLabs teilnimmt: In den ersten drei Wochen im Juni 2018 war der Austausch im WorkHouse entweder von konzentriertem Schweigen oder Lachen bestimmt. Ein Beweis, dass das Nachdenken darüber, wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden, manchmal durchaus erheiternd sein kann.

Während das erste PlayLab einen Kompetenzaustausch und die Neugestaltung des Wertes der Arbeit vorausgesehen hat und die zweite Gruppe die Vision eines Paradieses im Grünen für Menschen und Maschinen entwickelt hat, arbeitete die dritte Gruppe an der Nivellierung des Unterschieds von Arbeit und Freizeit. Maia Garau von tellart, die die PlayLabs konzipiert hat, sagt, dass der Denkprozess wie folgt ablief: „Wenn wir zukünftig auf neue Technologien und Maschinen setzen, dann sollten diese auch neue und sinnhafte Dinge eröffnen, die wir als Menschen tun können.“ Daher lag der Fokus darauf, sich eine Zukunft vorzustellen, in der KI und Menschen kooperieren und in der sich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit bieten.

Die Idee, ein WorkHouse zu schaffen und Teilnehmer einzuladen, sich mit der Zukunft der Arbeit auseinanderzusetzen, war ja genau die: Bilder zu produzieren, die in unseren Köpfen gedeihen. Mithilfe dieser mentalen Zukunftsszenarien werden wir Dinge nicht nur anders entwerfen, sondern auch in der Lage sein, eine gemeinsame Reise anzutreten – sofern wir unsere Ideen mit anderen teilen. Es geht also darum, bessere und bedachtere langfristige Entscheidungen zu treffen, weil sie dabei helfen können, unsere eigene Zukunft der Arbeit zu gestalten.

Das Fazit des dritten PlayLabs war, dass diese Zukunft nicht mehr menschenzentriert sein sollte. Heutzutage entwerfen und schaffen wir Dinge für Menschen – doch in Zukunft könnten wir unsere Arbeit und unseren Gestaltungswillen dahingehend lenken, stärker auf den Planeten Erde fokussiert zu sein. Wenn wir davon ausgehen, dass technologischer und ökologischer Wandel die einschneidendsten Faktoren für die Zukunft sind, dann wird zu unserem Verständnis „aller Lebensformen“ zumindest auch künstliche Intelligenz gehören. 

Tim Ahrensbach, einer der Teilnehmer des PlayLabs und Mitglied des design collective 00 in London, betont, dass es weiterhin wichtig sein wird, zu verstehen, was das Menschsein des Menschen auszeichnet. „Kooperativ, empathisch, innovativ und leidenschaftlich sein – das sind die Fähigkeiten, die in Zukunft von Wert sein werden.”

Und darin lag auch die Schönheit der PlayLabs: Unsere Vorstellungskraft hatte dort keine Grenzen. Wir haben uns eine Zukunft ausgemalt, in der sämtliche Lebewesen, also Menschen, Maschinen und Tiere, gleichberechtigt sind – und warum auch nicht? Wenn wir wollen, dass die Zukunft so sein wird, wie wir sie uns vorgestellt haben, dann könnte uns allein dieser Gedanke zu einem Pfad führen, auf dem es uns möglich ist, an dieser idealen Zukunft schon im Hier und Jetzt zu arbeiten.