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Ein grünes Paradies für Menschen und Maschinen

Ein grünes Paradies für Menschen und Maschinen

Das zweite PlayLab im USM WorkHouse war das spielerischste, sozialste und grünste. Kein Wunder, wenn ein Lego-Designer, ein Landschaftsarchitekt und ein Spieleentwickler zusammen Pingpong spielen.

Mitten auf der grünen Wiese laufen neun junge Menschen um eine Tischtennisplatte. Immer, wenn einer den Ball trifft, ruft er eine Zukunftsvision, die ihm Angst macht: „Virale Seuchen!“ „Klimaerwärmung!“ Dann dreht die Richtung, und alle lachen noch lauter. Denn jetzt geht es um positive Ideen für die Zukunft. Zukunfts-Pingpong nennt Maia Garau dieses Spiel, das spontan in der Mittagspause des zweiten PlayLabs entstanden ist. Garau, leitende Strategin bei der Design- und Storytelling-Agentur tellart, ist ganz beglückt darüber. Denn es kondensiert genau das, was USM im Sinn hatte, als die PlayLabs für das USM WorkHouse geplant wurden: Eine Gruppe experimentierfreudiger Menschen verschiedener Disziplinen denkt spielerisch über die Zukunft der Arbeit nach.

Zwei Tage lang brüteten die Teilnehmer über den Fragen, die Garau ihnen gegeben hatte. Was sind aktuelle Trends, die die Zukunft bestimmen? Welche Jobs hätten die Menschen? Welche Objekte würden sie dafür brauchen? Wie sähe ihre Arbeitsumgebung aus? Für die Teilnehmer des zweiten PlayLabs war klar: In Zukunft arbeiten wir nicht mehr in herkömmlichen Büros, sondern draußen, im Wald oder eben auf der grünen Wiese wie hier im Park des USM WorkHouse. Aber nicht nur die Idylle Brandenburgs hat sie wohl zu dieser grünen Zukunftsvision inspiriert. Auch die Expertise von Bernhard König, Architekt und Landschaftsgestalter, der mit seinem Unternehmen green4cities für mehr grüne Infrastruktur in Städten und Büros sorgt, hatte sicher starken Einfluss darauf.

Im Abschlussmanifest geht die Gruppe noch weiter: Verantwortung gegenüber dem Planeten und den Menschen, die darauf leben, wird eine große Rolle für die Zukunft spielen. Zusammenarbeit und das füreinander Sorgen gibt uns neuen Sinn im Leben. Das gilt auch für die sonst eher als gegensätzlich oder gar bedrohlich gezeichnete Beziehung zwischen Maschine und Mensch. „Wir können von Maschinen lernen, weiter zu denken und das Unvorstellbare einfach mal zu testen“, sagt Spieleentwickler und Designer Francis Tseng, der extra aus New York angereist ist. „Umgekehrt können wir den Maschinen Empathie beibringen. Denn das ist doch letztlich das, was uns als Gemeinschaft zusammenhält.“

„Mir haben diese PlayLabs die Augen geöffnet“, sagt Maia Garau von tellart. „Die Ergebnisse waren sehr menschlich, sogar übermenschlich. Ich habe wirklich Hoffnung bekommen. Das mag sicher auch daran liegen, dass wir kreative Teilnehmer hatten. Im zweiten PlayLab zum Beispiel eine Künstlerin, drei Architekten, einen Lego-Designer, einen Spieleentwickler und einen PR-Experten. Das sind alles Berufsgruppen, die per se eine optimistische Perspektive haben. Sie glauben wirklich daran, dass sie mit ihrer Arbeit die Welt verändern können.“

Lachend und völlig außer Atmen kehren die Teilnehmer nach dem Zukunfts-Pingpong zurück ins WorkHouse. Arbeit? Haben sie doch gerade schon erledigt. Jetzt geht es zum Baden an den See. Gemeinsam, auf dem Fahrrad, durch den Wald.