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Der Beginn einer gemeinsamen Reise

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Werden wir Kollegen haben? Feste Arbeitsplätze? Oder arbeiten wir gar nicht mehr? Mit diesen Fragen haben sich die Teilnehmer des USM WorkHouse auseinandergesetzt. 

Es ist notwendig, über die Zukunft der Arbeit nachzudenken. Und zwar nicht nur, weil man vorbereitet sein möchte, sondern vor allem, wenn man die Zukunft aktiv mitgestalten will. Sich – fernab vom Alltag – die Zeit nehmen zu können, sich inspirieren zu lassen, sich Fragen zu stellen, das ist jedoch Luxus. Diesen Luxus haben USM und UN Studio für Designer, Architekten, Experten aus aller Welt im Juni 2018 möglich gemacht. Mitten in Brandenburg, 40 Minuten von Berlin entfernt, idyllisch gelegen in einer ehemaligen Mühle, mit einem plätschernden Bach, Vogelgezwitscher (und ja, auch ziemlich großen Mücken) und nichts, was den Blick weit und breit begrenzen könnte, war das USM WorkHouse das ideale Setting für die anstehenden PlayLabs.

Den Start machten Anfang Juni Keynote-Speaker wie Rohit Talwar, Futurist, dessen Zukunftsvisionen durchaus optimistisch sind. So sieht er eher technologische Errungenschaften auf uns zukommen, beispielsweise digitale, kostenlose Vertriebswege oder Vertical Farming, das uns mit kostenloser Nahrung versorgen und synthetische Biologie, die alle möglichen neuen Materialien entwickeln könnte. Vor allem KI hat es ihm angetan: „Künstliche Intelligenz befreit uns von monotonen Routineaufgaben, sodass wir uns höheren Aufgaben widmen und unserer Kreativität freien Lauf lassen können.“ Zusätzlich zu inspirierenden Reden konnte man am Eröffnungswochenende aber auch etwas Handfestes lernen. Beispielsweise die Workhacks von Lydia Schültken, die uns entspannter und teamfähiger machen. Ein Vorschlag ist unter anderem, in Unternehmen Focus-Time einzuführen: Eine Stunde pro Tag ist für konzentriertes Arbeiten reserviert. Niemand spricht, es finden keine Meetings statt, keiner liest seine E-Mails oder telefoniert.

In den drei PlayLabs, konzipiert von tellart, konnten sich jeweils eine gute Handvoll Teilnehmer dann ganz dezidiert mit Zukunftsszenarien auseinandersetzen. Alice Haugh, Futurist von UN Studio, und Thomas Dienes, Leiter der Produktentwicklung von USM, die seit über einem Jahr zusammenarbeiten und verantwortlich sind für die schwebenden Räume und die Installation im WorkHouse, war es besonders wichtig, Räume zu kreieren, in denen offen kommuniziert und nachgedacht werden kann. Ebenfalls wichtig: Die Reise, die USM mit der Installation The PlayGround im Salone de Mobile in Mailand begonnen und mit dem WorkHouse weitergeführt hat, ist noch nicht zu Ende. Maia Garau von tellart bringt es auf den Punkt: „Meine große Hoffnung ist, dass die zurückliegende Erfahrung nicht mit den Leuten endet, die dabei waren, sondern erst der Beginn einer langen gemeinsamen Reise ist.“

Denn, was immer wir uns für die Zukunft wünschen oder uns vorstellen, ist vermutlich das, was wir nun anfangen zu bauen.